Vera Arnold
Privatpraxis “HerzTöne” für Psychotherapie, Hypnosetherapie und Kunsttherapie (HPG)

 

Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sie macht sichtbar.”

Paul Klee, Maler und Grafiker (1879-1940)

 


Was ist Kunsttherapie?

Die inneren Bilder des Unterbewusstseins werden durch die Gestaltungen sichtbar und greifbar, die in einer Kunsttherapiesitzung entstehen. Oft greife ich ein Thema auf, das „in der Luft liegt“, das der Klient also unbewusst schon erwähnt hat, ohne es zu realisieren. Dazu malt er oder sie dann oder arbeitet mit Ton. Ein solches Thema könnte zum Beispiel heißen: „Ich und die anderen“, „Ruhe finden“ oder „Nein sagen“. Manchmal gestaltet der Klient auch einfach nur seine momentane Befindlichkeit. Innere Konflikte, ungelebte Wünsche, vergessene Ressourcen sind in den Werken zu erkennen und werden auch für den Klienten in begleitenden Gesprächen deutlich.

    Dazu das Beispiel einer Gestaltung:

    Eine Klientin in einer depressiven Phase kommt in die Sitzung. Ich schlage ihr vor, ihr subjektives momentanes Lebensgefühl darzustellen. Sie möchte ein Bild malen. Auf diesem Bild ist eine große Fläche mit hauptsächlich schwarzer Farbe zu erkennen, durchsetzt von ein paar schwarz-roten und schwarz-gelben kleinen Stellen. Um diese Fläche herum ist ein breiter schwarzer Rand gemalt und außerhalb befindet sich das pralle Leben: Blumen, Vögel, Menschen, die Sonne. “Aber ich spüre das nicht”, meint sie. Ein leuchtend gelber Klecks tropfte beim Malen jedoch “zufällig” vom Pinsel, mitten hinein in die schwarze Fläche. Auf meine Frage, auf was der Blick der Klientin beim distanzierten Betrachten des Bildes zuerst fällt, nennt sie mir genau diesen Fleck, obwohl die schwarze Fläche und auch das Leben drumherum viel mehr Raum einnimmt. In dieser Stunde sprechen wir darüber, was sich in ihrer Lebenssituation verändern kann, wenn sie die “kleinen gelben Flecken” im Alltag wahrnimmt. Dadurch, dass sie nicht nur einen Ratschlag hörte, sondern diese Möglichkeit durch die Gestaltung erspüren konnte, ging es ab da bergauf.

Das kunsttherapeutische Gestalten im sicheren Rahmen bietet die Möglichkeit, neue Handlungsschritte zu erproben und für sich selbst zu entscheiden, ob man einen Schritt auch im “Alltag” wagen möchte. Kunsttherapie wirkt aber auch schon ohne Gespräch. Manchmal ist es (noch) gar nicht möglich, über ein Bild oder ein Thema zu sprechen. Aber wenn z.B. bei einer Person, die große Schwierigkeiten hat, Freunde zu finden, sich Farben in einem Bild vermischen dürfen, also Kontakt möglich ist, macht man auch unbewusst Erfahrungen, die als positiv abgespeichert werden.

Kunsttherapie ist bei Erwachsenen, aber speziell auch bei Kindern indiziert. Sie können oft noch nicht über ihre Probleme sprechen und ihr Unterbewusstsein teilt sich bevorzugt über Bilder und ähnliches mit.

Bei der Kunsttherapie geht es um den Prozess beim Gestalten, nicht um perfekte Kunstwerke.
Sie brauchen daher kein künstlerisches Talent, nur Spass am Malen und Gestalten!

Einmal im Monat findet an einem Samstag vormittag ein Gruppenangebot statt. Näheres hierzu unter Atelier für Erwachsene.

Hinweis:

Kunsttherapie ist als eigenständige Therapieform durchführbar, als wirksame Begleitung zu medizinischen oder psychotherapeutischen Behandlungen oder nach Aufenthalten in psychosomatischen, psychotherapeutischen, psychiatrischen Kliniken, Kurkliniken oder Rehabilitations-Einrichtungen. Die Kosten werden von Privatkassen übernommen oder selbst gezahlt. Seit Januar 2006 gibt es ein Urteil vom BGH in Karlsruhe, dass auch ambulante künstlerische Therapien  von den Krankenkassen erstattet werden können.

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